2001 leitete die IAEA 2001 Restrukturierungsprogramm ein und holte sich mit Joaquín Suarez-Prado einen erfahrenen Berater ins Haus, der ein Konzept für durchgängiger digitaler Workflow bildet. Am Ende der Prozesskette sollten digitale Drucksysteme die Dokumente und Publikationen in Schwarzweiß und Farbe zu Papier bringen. Ziel war es, eine technische Infrastruktur zu implementieren, mit der die unterschiedlichsten Aufträge, von der Visitenkarte über CDBooklets bis zu Publikationen und Postern, in kleinen Auflagen zu produzieren. Allerdings wollte man dabei nicht die typischen Restriktionen einer Printing-on-Demand- Umgebung in puncto Format, Farbe, Bedruckstoffe oder Veredelungen in Kauf nehmen. Gleichzeitig strebte man die Integration von Druck und Finishing in einer Produktionslinie an.
Gesamtverantwortung klar geregelt Auf dieser Basis wurde der Auftrag für eine digitale Schwarzweiß- und Farbdrucklösung öffentlich ausgeschrieben. Océ haben die Ausschreibung für die Schwarzweißlösung gewonnen und dazu zwei Endlosdrucksysteme Océ VarioStream 7000 mit einem integrierten Finishing-System von Hunkeler und einem Amigo-Klebebinder von Müller Martini installiert. In der Twin-Konfiguration druckt die VarioStream 7400 bis zu 700 A4-Seiten beidseitig. Auf dem Hochleistungsdrucksystem werden Papiere mit einer Grammatur von 60 bis 150 g/m² verarbeitet. Gerade bei der Produktion von Arbeitsunterlagen und Publikationen mit einem Umfang von mehr als 96 Seiten spielt die Océ VarioStream 7000 ihre Stärken aus. Mit den integrierten AmigoPlus-Klebebinder werden Publikationen mit einer Dicke von bis zu 40 Millimetern erstellt.
Über das Hochleistungssystem von Océ werden heute 50 Prozent des gesamten Druckvolumens der IAEA abgewickelt, das sich im Jahr 2005 auf weit mehr als 100 Millionen A4-Seiten belief. Befragt nach den Vorteilen, die sich durch den vollständigen Umstieg auf den Digitaldruck ergeben, führt Joaquín Suarez-Prado mehrere Punkte an. So konnten unter anderem die gesamte Prozesskette verkürzt und vereinfacht sowie gleichzeitig die Mitarbeiter(innen)zahl von 51 auf 32 gesenkt werden. Die Zusammenführung des Digitaldrucks und des Finishings in eine integrierte Produktionslinie ist gelungen, und Océ übernimmt dabei auch die Verantwortung für die Komponenten von Hunkeler und Müller Martini. Die Produktivität des Druckzentrums konnte durch die Einführung des Digitaldrucks enorm gesteigert werden. Die Durchlaufzeiten haben sich um mehr als die Hälfte reduziert, sodass man wesentlich flexibler und schneller agieren kann. Bei der IAEA gab es Befürchtungen, der Digitaldruck würde im Vergleich zum Offsetdruck Qualitätseinbußen bringen. Diese haben sich als absolut unbegründet erwiesen, versichert Joaquín Suarez-Prado. Das Druckzentrum könne heute nahezu das gesamte Spektrum einer konventionellen Offsetdruckerei abdecken. Das Beispiel des Druckzentrums der IAEA beweist, dass der Digitaldruck selbst bei großen Druckvolumina eine Alternative zum Offsetdruck darstellt.
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