Die Esser Druck GmbH im badenwürttembergischen Bretten blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Das Unternehmen ist mit dem klassischen Offsetdruck groß geworden. Markus, Jürgen und Diana Esser führen heute bereits in der vierten Generation die Geschäfte des Traditionshauses und sind dabei auch für neue Entwicklungen offen. „Im Jahr 2000 haben wir gemerkt, dass mit dem professionellen Digitaldruck etwas neben dem Offset entsteht, das man nicht ignorieren kann“, erzählt Diana Esser, die im Unternehmen für Marketing und Kundenberatung verantwortlich ist. „Und weil wir gerne etwas Neues ausprobieren, haben wir beschlossen, als Vorreiter dabei zu sein. Wir wollten schauen was daraus wird und einen Fuß in der Tür haben.“
Aus diesem Fuß ist mittlerweile ein veritables Standbein geworden: Bereits 2003 machte der Digitaldruck in der alteingesessenen Offsetdruckerei mehr als die Hälfte des Umsatzes aus, im Jahr 2007 sind es gar über 70 Prozent. Einen wesentlichen Anteil an dieser rasanten Entwicklung haben zum einen die Bosch Siemens Hausgeräte GmbH als einer der wichtigsten Kunden der Druckerei, und zum anderen die Digitaldrucksysteme von Océ. Sie ermöglichten es den Essers, auf die sich wandelnden Anforderungen der BSH flexibel zu reagieren – zunächst mit einer Océ VarioStream 7300 Twin, seit 2006 vor allem mit einer Océ VarioPrint 6250.
Ein moderner Klassiker Esser druckt für die BSH die produktbegleitenden technischen Dokumentationen für Herde, Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben. Kleine Auflagen werden parallel zur Geräteproduktion gedruckt und können daher auch kurzfristige Änderungen berücksichtigen. Inhaltlich sind die Bedienungsanleitungen zudem nicht mehr auf ganze Modellreihen, sondern exakt auf einzelne Modelle abgestimmt und für den Export in unterschiedlichen Sprachvarianten verfügbar. Diese Vorgehensweise ist ein moderner Klassiker im Digitaldruck, den Esser Druck zunächst mit einer VarioStream 7300 Twin abwickelte.
Die Océ VarioPrint 6250 wurde erforderlich, da die BSH irgendwann aus der durch den Endlosdruck gegebenen Format- und Materialbeschränkung ausbrechen wollte. „Der Kunde kam mit immer neuen Ideen und Wünschen auf uns zu“, erinnert sich Diana Esser. „Neben dem klassischen DIN A5 wollte man dort irgendwann auch Bedienungsanleitungen in DIN A4, im US-Format oder quadratisch und auch in unterschiedlichen Materialien.“ Anforderungen also, für die selbst der variable Digitaldruck von der Rolle nicht mehr flexibel genug ist.
Kaufentscheidung mit Vertrauensvorschuss: Bei der Suche nach einem System, das diese unterschiedlichen Aufträge in optimaler Qualität und maximaler Geschwindigkeit erfüllen kann, wurden die Essers wieder bei Océ fündig. „Wir haben die Océ VarioPrint 6000 erstmals auf der Open House 2006 in Poing gesehen und waren vom ersten Augenblick an von der Performance begeistert“, erzählt Jürgen Esser, der in der Druckerei die Vorstufe leitet. „Qualität, Geschwindigkeit, Materialvielfalt und Zuverlässigkeit ent sprechen höchsten Ansprüchen, die Kaufentscheidung haben wir dann ganz schnell getroffen – ohne das System mit eigenen Druckmustern zu testen. Wir haben Océ da einen sehr hohen Vertrauensvorschuss gegeben.“
Zu Recht, wie sich gezeigt hat. Mittlerweile läuft die Océ VarioPrint 6250 bei Esser Druck im Zwei-Schicht-Betrieb und produziert BSH-Bedienungsanleitungen auf verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Formaten. Der gesamte Prozess läuft so gut, dass zwischen Auftragseingang und Auslieferung nur noch eine Stunde vergeht. „Wir sind direkt in das SAP-System von BSH eingebunden“, erläutert Diana Esser. „Wenn ein Gerät fertig gestellt ist, geht bei uns der Druckauftrag mit allen Spezifikationen wie etwa Sprachauswahl, Format und Material ein.“ Die benötigten, jederzeit aktuellen Daten werden bei Esser vorgehalten, direkt nach Auftragseingang wird der Druck angestoßen. Das erforderliche Papier wird automatisch aus einem der insgesamt zwölf Materialfächer zugeführt, die Nachverarbeitung ist voll automatisiert. Mehrmals täglich fährt ein Kurier von Bretten zum 15 Minuten entfernten BSH-Werk und liefert die Bedienungsanleitungen direkt an die Verladerampe. Ein BSH-Mitarbeiter verteilt die Dokumentationen dann in die Kartons der bereits verpackten und transportbereiten Geräte. Dafür wurde in den Kartons extra eine Öffnung ausgespart, die nach dem Einwurf der Bedienungsanleitung zugeklebt wird.
Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Qualität und Materialvielfalt hat Esser Druck als die vier Kernanforderungen dieser Aufgabenstellung definiert – und damit die vier Stärken der Océ VarioPrint 6000 beschrieben, die durch den ausgezeichneten Service von Océ ergänzt werden. „Wir sind bei diesem Prozess auf Gedeih und Verderben auf Océ angewiesen“, sagt Diana Esser mit einem Lachen. „Wenn die VarioPrint 6250 steht, dann steht bei BSH das Band – und das wird teuer.“ Allzu große Sorgen macht ihr diese Abhängigkeit aber nicht. „Das System ist sehr zuverlässig, und außerdem hat Océ den besten Service der Branche.“
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