Spätestens seit 2003 ist Yadegar Asisi als Meister der großen Auftritte bekannt. Im Mai jenen Jahres eröffnete er im alten Leipziger Gasometer an der Richard-Lehmann-Straße das größte Panoramabild der Welt. 8848Everest360º bot den Betrachtern einen atemberaubenden Blick auf die imposante Bergwelt des Himalaya. Der große Erfolg des Everest-Bildes bewog den Illusionskünstler und Architekten, bereits 2005 ein Folgeprojekt zu starten und das Leipziger Gasometer zu einer Institution gigantischer Kunstausstellungen zu machen. Natürlich durfte Rom CCCXII - eine detailgetreue Nachbildung des Rundbildes von Josef Bühlmann und Alexander von Wagner aus dem 19. Jahrhundert - nicht im Schatten des Everest-Panoramas stehen. Mehr noch, es sollte in wesentlichen Punkten deutlich besser werden als sein Vorgänger. „Mit der Stabilität des Trägermaterials waren wir nicht zufrieden“, sagt Ausstellungsarchitektin Marina Rütten. „Der Nesselstoff, auf den der Everest gedruckt war, hatte sich stark ausgedehnt und Falten geworfen. Das sollte beim neuen Panorama nicht wieder passieren.“ Eine gewaltige Herausforderung - schließlich erstreckt sich das gut 30 Meter hohe Bild über eine Gesamtfläche von 3200 Quadratmetern. Ein zweiter Verbesserungswunsch betraf die Bildauflösung: „Da hat uns das Everest-Panorama nicht hundertprozentig überzeugt. Etwas mehr Brillanz hätte nicht geschadet“, erzählt Marina Rütten. Doch für Herausforderungen gibt es Lösungen. Und die Lösung in diesem Fall hieß: Sublimationsdruck.
Der Dienstleister Marx & Moschner aus dem Sauerland, zuverlässiger Partner der Asisi Factory bereits bei früheren Projekten, hat sich für dieses Verfahren extra ein neues Drucksystem angeschafft - eine Océ JETi 3318 DS. Mit sechs Farben und einer optischen Auflösung von 600 dpi wurden die 37 jeweils 3,20 Meter breiten Bahnen für das Panorama bedruckt. Als Material kam stabiles und hoch strapazierfähiges Polyester zum Einsatz, das beim abschließenden Erwärmen auf 200 Grad Celsius komplett durchgefärbt wurde. Auf einer riesigen Nähmaschine wurden die einzelnen Bahnen dann millimetergenau zusammengefügt, aufgerollt und als gigantischer „Stoffwurm“ - immerhin 800 Kilogramm schwer - nach Leipzig transportiert.
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