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Sechsfarbendruck: erste Schritte zu einer besseren Tintenstrahlqualität In den Anfängen des Grossformatdrucks im Display-Graphics-Segment stellte man fest, dass sich die alleinige Verwendung von CMYK-Farben zum Drucken von Bereichen, die eine Farbdeckung mit Vierteltönen erfordern (15-35% Flächendeckung), als problematisch erwies, da man ein sehr körnig wirkendes Druckbild erhielt. Dies galt als inakzeptabel, da in der Drucktechnik Vierteltöne hauptsächlich für die Wiedergabe von Hautfarben verwendet werden. Die Ursache für die übermässige Körnung lag in der eingeschränkten Farbdeckung (pro Fläche) in den Vierteltönen, da von 10 Pixeln jeweils nur ein bis drei Pixel Farbe enthielten, sodass auf dem Bild viele Stellen weiss blieben. Die Idee, hellere Farben hinzuzufügen, um die Medien in den Vierteltönen grosszügiger bedrucken zu können, kam Mitte der 90er Jahre auf. Diese Sechsfarbdrucker ermöglichten eine mindestens zweifache Farbdeckung der Fläche und reduzierten somit erheblich das körnige Erscheinungsbild von Hautfarben und anderen Bildflächen im Vierteltonbereich. Die Kehrseite dieser Lösung war allerdings, dass für eine grössere Farbdeckung zur Erzeugung gleichmässigerer Hautfarben mehr Tinte als mit den damals gängigen Vierfarbsystemen verbraucht wurde. Dies nahm man aber gerne in Kauf, konnten doch zu der Zeit die zusätzlichen Farbkosten noch leicht auf die Endverbraucherpreise umgelegt werden.
VariaDot-Technologie für eine höhere Qualität Nachdem nun der Sechsfarbdruck bei Herstellern, Druckern und deren Kunden allgemeine Anerkennung gefunden hat, ist eine Drucktechnologie mit variabler Punktgrösse entwickelt worden, die den Sechsfarbdruck zur veralteten Technologie werden lässt. Dank dieser VariaDot-Technologie können piezoelektrische Druckköpfe Tropfen mit veränderlichem Volumen erzeugen. Dadurch kann mit der RIP-Software die geeignete Tropfengrösse für jedes einzelne Bildelement spezifiziert werden. Bei der Abbildung filigraner Details, wie z.B. kleine Schriftgrössen oder feine Linien, können sehr kleine Tropfen verwendet werden. Für Flächen mit Farbtonübergängen oder Vierteltönen, wie z.B. Hautfarben, kommen Tropfen mittleren Volumens zum Einsatz. Und zum Bedrucken von Flächen mit hoher Farbdichte, wie z.B. Volltonfarben, können grosse Tropfen verwendet werden.
Verschiedene Drucktechniken für Vierteltonbereiche (vorwiegend bei Hautfarben)
Körnig /4-Farbdrucker
Wenige grosse Magenta-Tropfen 20% Magenta, gedruckt auf einem 4-Farb-Drucker mit fester Tropfengrösse unter ausschliesslicher Verwendung von Magenta-Tinte
Besser /6-Farbdrucker
Mehrere grosse helle Magenta-Tropfen 20% Magenta, gedruckt auf einem 6-Farb-Drucker mit fester Tropfengrösse unter ausschliesslicher Verwendung von heller Magenta-Tinte
Optimal /4-Farbdruckermit variabler Punktgrösse
Viele kleine Magenta-Tropfen in unterschiedlicher Grösse 20% Magenta, gedruckt auf einem 4-Farb-Drucker mit variabler Tropfengrösse unter ausschliesslicher Verwendung von Magenta-Tinte
Die Punktgrösse und Druckfarbenmenge pro Punkt schwanken je nach Hersteller. Die Océ Arizona® 350 GT für UV-härtende Tinte zum Beispiel wird die Océ VariaDotTM Technologie eingesetzt, die sieben Graustufen mit variablen Punktgrössen von 6 bis 42 Picolitern erzeugen kann. Die Drucker von Mutoh® verwenden die "Dynamic Variable Dot Imaging" Technologie in zwei Betriebsarten, die jeweils drei Graustufen erzeugen: die eine von 7 bis 21 Picolitern und die andere von 3,5 bis 12,5 Picolitern. Dank der Fähigkeit, die Tropfengrösse für jedes einzelne Pixel zu variieren, kann die Tintenmenge auf jede beliebige Stelle der zu bedruckenden Bildfläche genau abgestimmt werden.


Bei Anwendung der VariaDot-Technologie kommt das Druckergebnis der fotorealistischen Bildqualität sehr nahe. Drucker mit einer breiteren Auswahl an variablen Punktgrössen liefern eine Bildschärfe, die bislang nur mit einer Auflösung von 1440 dpi oder höher erreicht wurde. Die VariaDot-Technologie kann die Qualität von Bildern, die auf konventionellen Sechsfarbdruckern unter Verwendung der veralteten Druckkopftechnologie mit fester Tropfengrösse gedruckt werden, weit übertreffen. Ein beachtlicher Unterschied ist auch bei der Schrift zu erkennen, denn kleinere Tropfen ergeben sogar bei einer Schriftgrösse von 6 Punkt ein perfekt leserliches Schriftbild.
Gleich bleibende Qualität, Kostenersparnis Ein weiterer Vorteil der Drucktechnologie mit variabler Punktgrösse ist die stets gleich bleibende Qualität. Nehmen wir zum Vergleich das Streichen eines Zimmers: Um grosse Flächen schnell zu decken, nimmt man einen breiten Pinsel zu Hilfe, während für kleinere Details ein viel schmalerer, feinerer Pinsel verwendet wird. Würde man eine grosse Wand mit einem kleinen Pinsel bearbeiten, so erhielte man einen fleckigen, unregelmässigen Anstrich. Demgegenüber wäre der Versuch, zierliche Fresken mit einem breiten Pinsel sauber zu malen, äusserst frustrierend. In vergleichbarer Weise verwendet die VariaDot-Technologie die jeweils geeignete Tropfengrösse für jedes einzelne Bildelement, so dass eine optimale Qualität an jeder Stelle des gedruckten Bildes gewährleistet ist.
Ausserdem benötigt die VariaDot-Technologie mit vier Druckfarben weniger Tinte als die Sechsfarb-Tintenstrahltechnologie mit fester Tropfengrösse. Je nach verwendetem Druckkopf können 30 bis 50 Prozent Tinte im Vergleich zu den Sechsfarbdruckern mit fester Tropfengrösse eingespart werden. Von Océ durchgeführte Tests haben gezeigt, dass beim Vierfarbdruck mit Varia-Dot-Druckköpfen ein deutlich niedrigerer Tintenverbrauch als bei vergleichbaren Sechsfarbdruckern mit fester Tropfentechnologie besteht. Im Durchschnitt liegt die Einsparung bei 30 bis 35 Prozent, weil weniger Tinte benötigt wird, wenn die Druckwerte von Cyan und Magenta unter 50 Prozent liegen. Dies ist der Bereich, in dem bei den Sechsfarbsystemen Hell-Cyan und Hell-Magenta in umfangreichem Masse eingesetzt werden. Und bei Drucksystemen, die ohne ausgiebige Reinigungsroutinen arbeiten und folglich keine Tinte für Wartungsvorgänge vor, zwischen und nach den Druckaufträgen verwenden, kann der Gesamtverbrauch sogar um 50 Prozent gesenkt werden.
Ein neuer Massstab für die Bildqualität
Dass nun ein anderes Mittel zur Messung der Bildqualität zur Verfügung steht, bietet Vorteile sowohl für den Einzelhandel als auch für den Verbraucher. Die Industrie wird voraussichtlich noch eine gewisse Zeit brauchen, um sich voll und ganz mit diesem neuen Qualitätsstandard anzufreunden. Manche Geräteanbieter, Fachzeitschriften und Analytiker sind noch auf dpi und Sechsfarbdruck als Hauptfaktoren für die Beurteilung der Bildqualität fixiert, da diese auf den ersten Blick vergleichsweise benutzerfreundlicher erscheinen. Doch die Massstäbe entwickeln sich parallel zur Industrie.
Bereits jetzt kann die Industrie durch die neuen Drucktechnologien mit variabler Tropfengrösse bedeutende Qualitätsfortschritte verzeichnen. Die frühen Abnehmer dieser Geräte unterscheiden nicht länger zwischen Druckresultaten in "Tintenstrahl-" oder "Fotoqualität", denn die VariaDot-Technologie erzielt nahezu fotorealistische Ergebnisse. Blicken Sie deshalb doch einmal über den Tellerrand des dpi-Standards, wenn es um Qualitätsbeurteilung geht, und sehen Sie selbst, welche aussergewöhnlichen Resultate die VariaDot-Technologie erzielt, ohne an eine bestimmte dpi-Zahl gebunden zu sein.
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